Das erste Pils-Bier

Wir Deutschen lieben Bier!

Das ist allgemein bekannt und auch statistisch nachweisbar. Im Durchschnitt trinkt jeder Bundesbürger rund 105 Liter Bier im Jahr. Damit belegt die Bundesrepublik, hinter Tschechien, den zweiten Platz.

pro-kopf-bierkonsum-in-deutschland

Deutschland ist aber nicht nur im Konsum ganz weit oben, nein, auch die Sortenvielfalt ist ganz erstaunlich. Bei einer ersten oberflächlichen Suche bin ich bereits auf folgende Biere gestoßen:

  • Abteibier – Trappistenbier
  • Ale
  • Alkoholfreies Bier
  • Alt (Bier)
  • Barley Wine
  • Bock
  • Diätbier
  • Eisbier
  • Kellerbier – Zwickelbier – Zoigl
  • Kölsch
  • Lager dunkel – Export Dunkel – Dunkles
  • Lager hell – Export Hell – Helles
  • Märzen
  • Oktoberfestbier
  • Pils
  • Rauchbier
  • Roggenbier – Dinkelbier
  • Schwarzbier
  • Weizenbier – Weißbier

Insgesamt werden in Deutschland von circa 1.500 Brauereien schätzungsweise zwischen 5.000 und 6.000 verschiedene Sorten produziert. Trotz der hohen Vielfalt wird der Biermarkt von einer einzigen Sorte dominiert. Auf das Pils entfallen nämlich rund 55 Prozent des gesamten Ausstoßes. Die beliebteste Bier ist hierbei mit weitem Abstand das Pils. Dabei ist das Pils noch gar nicht so alt.

Portrait Josef Groll
Josef Groll

Das Erste wurde am 5. Oktober 1842 in der westböhmischen Stadt Pilsen gebraut. Vorangegangen war dieser revolutionären Erfindung eine regelrechte Bierrevolte. Die Pilsner Bürger waren damals derart unzufrieden mit ihren örtlichen Gebräuen, dass sie im Jahr 1838 die Braustätten stürmten und das Bier fässerweise im Fluss versenkten. Der Magistrat reagierte prompt und errichtete ein neues Brauhaus mit modernster Ausstattung. Als Braumeister holte man den Niederbayern Josef Groll, der von der bis dahin üblichen obergärigen auf eine untergärige Produktion umstellte. Nachdem das neue Bier im Oktober 1842 das erste Mal gebraut wurde, wurde es am 11. November 1842 erstmals ausgeschenkt. Das untergärige Bier bestach sofort durch seine Frische und die schöne Schaumkrone. Hell geröstete Maische verlieh dem Getränk schon damals eine goldgelbe Farbe, edler Saazer-Hopfen eine charakteristische bittere Note. Den Bürgern schmeckte es auf Anhieb.

Bürgerbrauhaus Pilsen
Das bürgerliche Brauhaus in Pilsen 1842

In der Folge wurde das Pils zum Exportschlager. Bereits ab 1863 war es in Deutschland zu haben, wenig später auch in Großbritannien und Nordamerika. Heute produziert alleine die Brauerei in Pilsen ungefähr zehn Millionen Hektoliter Bier pro Jahr. Exportiert wird es in 60 Länder. Als das Pilsner Bier seinen weltweiten Siegeszug antritt, war der Erfinder, Josef Groll, jedoch schon längst wieder in seiner bayerischen Heimat. Sein Vertrag wurde nämlich nicht verlängert und deswegen ging seine Zeit in Böhmen schon nach drei Jahren wieder zu Ende. Sein weiteres Leben liegt weitestgehend im Dunkeln.

Empfehlenswerte Literatur zu dem Thema:*
Günther Hirschfelder: Bier. Eine Geschichte von der Steinzeit bis heute


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