Des erste Foto der Geschichte

Fotografieren ist heute eine Selbstverständlichkeit. Egal ob auf Partys, auf Reisen oder im Alltag, geknipst wird eigentlich ständig. Die Kamera, häufig integriert in einem Smartphone, ist zu unserem ständigen Begleiter geworden. Zu allen Anlässen entstehen neue Aufnahmen. Die digitale Revolution hat das Fotografieren extrem vereinfacht. Heute ist quasi jeder in der Lage ein Bild zu erstellen. Langwierige Belichtungszeiten und komplizierte chemische Verfahren gehören der Vergangenheit an. Im 21. Jahrhundert genügt ein Klick auf den Auslöser.

Das erste Foto
Das erste Foto

Dies war vor rund 200 Jahren noch ganz anders. Für das erste lichtbeständige Foto der Menschheitsgeschichte waren schon allein acht Stunden Belichtungszeit notwendig. Es wurde mit einer „Camera obscura“ im Heliografie-Verfahren aufgenommen und auf Chlorsilberpapier festgehalten. Die Fotografie zeigte den Garten des französischen Erfinders Joseph Nicéphore Niépce. Dieser Schnappschuss mit dem klangvollen Namen „La cour du domaine du Gras“ ist übrigens noch heute erhalten und kann in der University of Texas in Austin besichtigt werden.

Niépces Camera Obscura
Niépces Camera Obscura

Das Heliografie-Verfahren war zwar eine Sensation und bahnbrechend, hatte aber einen entscheidenden Nachteil: Aufgrund der extrem langen Belichtungszeit konnte nur die Natur und keine Menschen fotografiert werden. Der Franzose Louis Daguerre schaffte es schließlich wenige Jahre später die Belichtungszeit auf zwanzig Minuten zu verkürzen und damit praxistauglich zu machen. Im Jahr 1839 präsentierte Daguerre sein neues Verfahren der französischen Regierung, die direkt einen Vertrag mit dem Erfinder schloss. Kurz darauf wurde die Fotografie der Allgemeinheit zugänglich gemacht.

Seither unterliegt die Fotografie einem ständigen Wandel. Aber es hat sich nicht nur die Herstellung der Fotos geändert, sondern auch deren Verwendung. Wurde früher vor allem für das eigene Album fotografiert, landen heute viele der Schnappschüsse online: auf Facebook, Instagram oder Snapchat lagern bereits jetzt so viele Fotos, dass man sie schon lange nicht mehr zählen kann. Allein auf Facebook werden pro Sekunde mehr als 3.000 hochgeladen. Dies entspricht ungefähr 259 Millionen Bildern am Tag.

Könnte Joseph Nicéphore Niépce heute den Erfolg seiner Erfindung aus dem Jahr 1826 sehen, würde er es bestimmt nicht glauben.

Empfehlenswerte Literatur zu dem Thema:*
Florian Heine: Meilensteine – Wie große Ideen die Fotografie veränderten


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s