Die Völkerschlacht bei Leipzig

„Ich schreibe Dir am Morgen einer Schlacht, wie sie in der Weltgeschichte kaum gefochten ist. Wir haben den französischen Kaiser ganz umstellt. Diese Schlacht wird über das Schicksal Europas entscheiden.“

August von Gneisenau
August von Gneisenau

Diese Zeilen schrieb der preußische Offizier und Heeresreformer August Neidhardt von Gneisenau am Morgen des 18. Oktobers 1813 an seine Frau. Zu diesem Zeitpunkt stand die Entscheidungsschlacht gegen Napoléon unmittelbar bevor. Die Konfliktparteien standen sich unweit der 33.000 Einwohner Stadt Leipzig gegenüber. Insgesamt standen sich auf einem Gebiet, das kaum 16 Kilometer in Nord-Süd und 13 Kilometer in Ost-West-Richtung ausmacht, mehr als 500.000 Soldaten aus über zwanzig Nationen gegenüber. Es war bis zu diesem Zeitpunkt das größte Aufeinandertreffen von Armeen überhaupt.

Doch wie kam es überhaupt zur „Völkerschlacht bei Leipzig“?

Zu Beginn des Jahres 1812 war Napoléon auf dem Zenit seiner Macht. Durch seine erfolgreichen Feldzüge auf dem Kontinent war der Kaiser der unangefochtene Herrscher Frankreichs. Des Weiteren hielt beinahe alle Staaten Europas unter seiner Kontrolle und brachte das „British Empire“ durch eine Seeblockade in Bedrängnis. Ihm haftete der Nimbus eines unbesiegbaren Feldherren an.

Diese Machtposition begann aber noch im selben Jahr, in Folge des katastrophalen Rußlandfeldzugs, zu bröckeln. Napoléon war in das Land eingerückt, da der Zar die Wirtschaftsblockade gegen Großbritannien nicht mehr aufrechterhielt und englische Waren die Häfen erreichten. Die „Grande Armée“ schaffte es schließlich auch bis nach Moskau vorzurücken. Die Stadt wurde aber von ihren eigenen Bewohnern angezündet und so mangelte es den Soldaten recht schnell an Nahrung und Unterkünften. Auch rückte der russische Winter unaufhörlich näher. So ordnete der französische Kaiser den Rückzug an. Bei diesem wurde das Heer durch Kälte und Hunger dezimiert.

Der Feldzug wurde zu einem Schlüsselereignis. Das seit 1807 unterworfene Preußen erklärte Frankreich im März 1813 den Krieg und ging ein Bündnis mit Russland ein. Österreich, ebenso wie Preußen mit Hilfskontingenten am Russland-Feldzug beteiligt, wurde neutral. Nach mehreren kleinen Scharmützeln kam es im Oktober 1813 zur Entscheigungsschlacht.

Die Schlacht

moshkovvi_srazhleypcigomgrm
Die Völkerschlacht bei Leipzig

Am Morgen des 16. Oktober begann südlich von Leipzig schließlich jenes Gemetzel, welches später als „Völkerschlacht“ in die Geschichte eingehen wird. Nach einem zunächst ausgeglichenen Gefecht kippte das Kriegsglück. Für Napoléon geriet die Schlacht zu einem ersten, sächsischen, Waterloo. Als er sich seine Niederlage eingestehen musste, verließ er am 19. Oktober überstürzt den Kampfplatz.

Bedeutung

Mit schätzungsweise rund 100.000 bis 110.000 Toten ging die Leipziger Völkerschlacht als die bis dahin blutigste Schlacht der Weltgeschichte in die Annalen ein. Zugleich bedeutete sie das Ende der napoleonischen Vorherrschaft über Deutschland. 1814 setzten die verbündeten Russen, Preußen und Österreicher den Kampf auf französischem Boden bis zur Abdankung Napoleons fort.

Gneisenau wurde nach der Schlacht zum Generalleutnant befördert und später, in Anerkennung seiner Verdienste, in den Grafenstand erhoben.

Empfehlenswerte Literatur zu dem Thema:*
Hans-Ulrich Thamer: Die Völkerschlacht bei Leipzig

 


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s