Das erste Oktoberfest

 

Modernes Oktoberfest
Modernes Oktoberfest

Vor gut zwei Wochen ging in München die 183. „Wiesn“ zu Ende. In diesem Jahr besuchten rund 5,6 Millionen Menschen das Oktoberfest und es wurden rund 6,1 Millionen Liter Bier ausgeschenkt. Damit ist die „Wiesn“ das beliebteste Volksfest in Deutschland. Die Popularität ist aber nicht nur auf die Bundesrepublik beschränkt: Viele der Besucher reisen mittlerweile aus dem Ausland an oder kopieren das Oktoberfest in ihrer Heimat. Damit ist die „Wiesn“ eine einzigartige Erfolgsgeschichte.

Diese begann vor über 200 Jahren. Im Jahr 1810 fand das Fest, anlässlich der Hochzeit des Kronprinz Ludwig I. von Bayern mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen, erstmalig statt. Die offiziellen Feierlichkeiten zur Hochzeit dauerten insgesamt fünf Tage. Ganz München war auf den Beinen. In den Straßen wimmelte es von Musikanten und Schaustellern. Der letzte Tag sollte zum Höhepunkt der Feierlichkeiten werden: Vor den Stadttoren Münchens lockte am 17. Oktober ein Pferderennen.

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Das erste Oktoberfest

Veranstaltet hat das Fest der Bankier und Major Andreas Michael Dall’Armi. Die Anregung zu dem Fest kam von Franz Baumgartner, ein Lohnkutscher und Unteroffizier der Nationalgarde. Dieser gewann auch das Pferderennen, das nachmittags um 14 Uhr begann. In 18 Minuten und 14 Sekunden gelang es ihm als schnellsten die Bahn dreimal zu umrunden. Sein Gewinn waren 20 Dukaten und eine Fahne.

Ein Jahr später waren sich alle einig: Das Fest soll weiterhin stattfinden. Als Veranstalter trat dieses Mal der „Landwirtschaftliche Verein in Bayern“ auf, der Fest und Pferderennen zur gleichzeitigen Präsentation bäuerlicher Leistungen nutzte. Jahr für Jahr fand daraufhin die „Wiesn“ als privat finanzierte Veranstaltung statt, bis 1819 die Stadtväter Münchens das Oktoberfest in die Hand nahmen. Von da an sollte das Oktoberfest jedes Jahr und ohne Ausnahme unter Leitung der Stadt München gefeiert werden.

Anfangs ging es noch gemächlich zu: Für Unterhaltung sorgten lediglich ein Karussell und zwei Schaukeln. Erst in den 1880er Jahren entwickelte sich der Rummel aus Fahrgeschäften und Buden, wie man ihn heute kennt. Für das leibliche Wohl der Besucher sorgten bald die unterschiedlichsten Buden. Die erste „Hendlbraterei“ wurde im Jahr 1881 aufgestellt und die ersten großen „Bierburgen“ der Münchner Brauereien eröffneten im Jahr 1896. Später wurden die klassischen Steinkrüge von Welchen aus Glas ersetzt, worüber aber nicht jeder Wiesn-Besucher begeistert war. Viele bevorzugten den altbewährten Steinkrug, weil in diesem das Bier länger kühl bleibt.

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o’zapft is 2016

Wie in den vergangenen Jahren stach auch dieses Mal Münchens Oberbürgermeister pünktlich um 12 Uhr am ersten Wiesn-Samstag das erste Fass Bier an. Nach dem bekannten Ausruf „O’zapft is’!“ durfte mit dem Bierausschank begonnen werden. Doch diese Tradition ist nicht so alt wie sie scheint: Erst im Jahr 1950 führte der damalige Oberbürgermeister Thomas Wimmer diesen Brauch ein.

Auf das nächste Oktoberfest müssen wir übrigens noch exakt 333 Tage warten. Der erste Liter Bier gebührt übrigens traditionell dem Münchner Oberbürgermeister.

Empfehlenswerte Literatur zu dem Thema:*
Alfons Schweiggert: Wiesnfieber. 200 Jahre Oktoberfest


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