Der schwarze Donnerstag

Der Börsencrash von 1929 ist die bis dato schwerwiegendste Finanzkrise der Geschichte und löste die Weltwirtschaftskrise aus. Zahlreiche Unternehmen gingen bankrott und tausende von Menschen litten jahrelang unter den Auswirkungen der Krise. In Deutschland ebnete dieses Ereignis den Nationalsozialisten den Weg an die Macht.

Schwarzer Donnerstag an der Börse in New York City.
Schwarzer Donnerstag an der Börse in New York City.

In den 1920er Jahren befanden sich die Vereinigten Staaten von Amerika in einer Phase des rasanten wirtschaftlichen Aufschwungs. Das Pro Kopf Einkommen stieg beispielsweise von 5.559 US-Dollar im Jahr 1920 auf rund 6.300 im Jahr 1925. Durch den wachsenden Wohlstand begannen auch etliche Kleinanleger, an der Börse zu spekulieren. Schätzungsweise jeder vierte US-Haushalt besaß vor dem Börsencrash Aktien. Dies schien bis in den Oktober 1929 auch eine sichere und vor allem eine extrem lukrative Anlagemöglichkeit zu sein, da der Kurs bis zu diesem Zeitpunkt stetig gestiegen war. Der Dow Jones brachte es im Jahr 1923 nur auf 100 Punkte und nur rund fünf Jahre später schon auf 331. Man sprach von einer „eternal prosperity“ – einem ewigen Wohlstand. In diesem Bewusstsein nahmen viele Menschen sogar hohe Kredite auf, um ihre Investitionen zu finanzieren. Oft galten alleine die Aktien als Sicherheit.

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Entwicklung des Pro-Kopf-Einkommens in den USA.

Mahnende Stimmen gingen in dem Freudentaumel unter. Diese wurden als Schwarzmalerei abgetan. Die Mehrheit der Wirtschaft war noch Mitte Oktober davon überzeugt, dass der Höhenflug ewig weitergehen würde. Der Wirtschaftsprofessor Irving Fisher verkündete noch am 16. Oktober: „Es sieht so aus, als ob die Aktien ein dauerhaftes Hochplateau erreicht haben“. Dennoch wurden sich immer mehr Anleger langsam der Unsicherheit ihres Investments bewusst. Der Dow Jones stieg nicht mehr, weshalb viele Leute befürchteten, keinen Gewinn mehr zu machen und die Banken nicht bezahlen zu können. Es legte kaum noch jemand etwas an und überall war Unsicherheit und Angst bei den Anlegern zu spüren. Am Abend des 23. Oktobers sperrte die Polizei vorsorglich das Stadtgebiet um die Wall Street ab.

Menschenmassen an der Wall Street nach dem Börsenkrash
Menschenmassen an der Wall Street nach dem Börsenkrash

Gegen Donnerstag Mittag, 24. Oktober, brach die große Panik aus. Die Anleger und Unternehmen verkauften so viel wie möglich von ihren Aktien, egal zu welchem Preis, und der Aktienindex Dow Jones sackte immer weiter ab. Der Handel brach mehrmals zusammen, da jeder seine Wertpapiere loswerden wollte, um nicht allzu viel Geld zu verlieren. Damals gab es noch keine Börsenaufsicht oder Gesetze, die eine solche Entwicklung verhindern hätten können. Nur durch das Eingreifen verschiedener Banken, die viele Aktien aufkauften, wurde ein totaler Absturz kurzfristig verhindert.

Doch setzte sich der Absturz in den nächsten Tagen unvermindert fort. Endgültig brach der Markt am darauffolgenden Dienstag zusammen. Die Kurse waren zu weit gefallen, um die Kredite noch decken zu können – die Banken forderten nun ihr Geld zurück und zwangen oft die Anleger, ihre als Sicherheit hinterlegten Aktien zu verkaufen. Dies sorgte nun für massive Verkäufe zu jedem Preis und das Handelsvolumen stieg immer weiter. Der Dow Jones rutschte auf nur noch 260 Punkte ab.

Arbeitslose demonstrieren nach dem Schwarzen Donnerstag

Damit war aber der Tiefpunkt noch lange nicht erreicht. Erst im Sommer 1932 war der Boden bei 41 Punkten erreicht – der gleiche Wert wie am 26. Mai 1896, der Erstpublizierung des Dow-Jones-Index.

Die Auswirkungen auf die amerikanische und auf die weltweite Wirtschaft waren verheerend. Viele Anleger waren ruiniert und viele Unternehmen mussten Bankrott anmelden. Der Börsencrash von 1929 ist die bis dato schwerwiegendste Finanzkrise der Geschichte und. Des Weiteren löste der schwarze Donnerstag die Weltwirtschaftskrise aus.

Empfehlenswerte Literatur zu dem Thema:*
John Kenneth Galbraith: Der große Crash 1929


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