Die Deutschen Einigungskriege

Der folgende Artikel beschäftigt sich mit den Deutschen Einigungskriegen, welche mit Unterbrechungen von 1864 bis 1871 stattfanden, sowie mit dessen Vorgeschichte. Gegliedert sind die Einigungskriege in den Deutsch-Dänischen Krieg, den Deutschen Krieg und den Deutsch-Französischen Krieg. Letzterer führte zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs, welches bis zum Ende des Ersten Weltkriegs fortbestand.

Vorgeschichte (1813 – 1848)

Nachdem sich die deutschen Völker in den von 1813-1815 stattfindenden Befreiungskriegen vom Joch Napoleons befreit hatten und diesem 1815 bei Waterloo (Belgien) endgültig ein Ende setzten, bildete sich langsam ein Nationalgefühl in den „Deutschen Landen“. Durch die Wiederherstellung der pränapoleonischen Verhältnisse auf dem Wiener Kongress wurden jedoch diese liberalen Gedanken wieder vollends zerschlagen. Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bildeten sich aber immer mehr Organisationen und Bewegungen (zum Beispiel die Göttinger Sieben), welche einen Nationalstaat herbeisehnten. Höhepunkt dieser Bestrebungen war die Märzrevolution von 1848, welche eben diese Nationalstaatsbildung zum Ziel hatte. Letztendlich scheiterte sie aber aufgrund der Uneinigkeiten und der Desorganisation der Putschisten.

Einen weiteren wichtigen Grund für eine Nationalstaatsbildung sahen viele (schichtübergreifend) in wirtschaftlichen Aspekten. Zwar hatte der Deutsche Zollverein, welcher im Jahr 1834 gegründet wurde, bereits den Handel innerhalb des Deutschen Bundes revolutioniert, doch die in den 1830er Jahren beginnende Industrialisierung weckte zunehmend den Wunsch nach einer völligen Vereinheitlichung des Binnenmarktes im Deutschen Bund, um beispielsweise konkurrenzfähig bleiben zu können. Ein deutscher Staat würde dies natürlich enorm begünstigen.

Deutscher Dualismus

In den darauffolgenden Jahren wurde der Dualismus um die Vorherrschaft im Deutschen Bund zu einem zentralen Streitpunkt. Hierbei versuchten Preußen und Österreich, eine Vormachtstellung zu gewinnen. Die Habsburger hatten zwar den Vorsitz in diesem Staatenbündnis, aber das erstarkende Königreich Preußen versuchte, ihnen diese streitig zu machen. Deshalb wurden zwei Lösungen dieses Konflikts in Betracht gezogen: Die kleindeutsche Lösung (Deutscher Bund ohne das Habsburgerreich und unter der Vormacht Preußens) und die großdeutsche Lösung (Deutscher Bund mit dem Habsburgerreich unter deren Vormacht). In der Revolution von 1848 hatte sich Erstere bereits abgezeichnet, ein Ausschluss Österreich-Ungarns konnte sich aber noch nicht durchsetzen.

Otto von Bismarck

Im Jahr 1862 erlangte schließlich eine spätere Schlüsselfigur der Einigungskriege das Amt des preußischen Ministerpräsidenten. Sein Name: Otto von Bismarck. Dieser setzte umfassende Reformen und Verordnungen durch, die einen Aufstand in Preußen gerade noch abwenden konnten. Außerdem konnte er in kurzer Zeit immer mehr Stimmen für seine Idee der „Einigung von oben“, also eine Reichsgründung durch dir Oberschicht und ohne eine Revolution von unten, gewinnen. Auch revolutionierte Bismarck das Heereswesen, was den Grundstein für die späteren militärischen Erfolge Preußens legte.

Otto von Bismarck
Otto von Bismarck.

Die Deutschen Einigungskriege – Der Deutsch-Dänische Krieg

Ursachen
Hierbei handelt es sich um den ersten Militärkonflikt, welcher vom 1. Februar bis zum 30. Oktober 1864 andauerte und mit einem Sieg Preußens und Österreichs endete. Zu diesem Zeitpunkt war der Streit zwischen diesen Parteien noch nicht eskaliert, und so kämpften sie Seite an Seite gegen Dänemark. Die Ursache dieses Krieges war im Wesentlichen die Frage um die Zugehörigkeit des Herzogtums Schleswig. Denn dessen Herrscher war der dänische König, welcher der Herzog von Schleswig, Holstein und Lauenburg war. Letztere Beiden waren jedoch Mitglied im Deutschen Bund und Schleswig lediglich ein Lehen an Dänemark. Als der dänische König Christian IX. Schleswig durch eine Verfassungsreform enger an Dänemark binden wollte, verstieß er aber gegen das Londoner Protokoll von 1852. Dieses Protokoll untersagte nämlich eine engere Bindung Schleswigs an Dänemark als Holstein.

Diesen „Affront“ nahm der Deutsche Bund zum Anlass, die Spannungen in Schleswig, Holstein und Lauenburg zu verschärfen. Der Bundesrat beschloss am 1. Oktober 1864 eine sogenannte Bundesexekution, welche es dem Deutschen Bund erlaubte, militärisch gegen seine Mitgliedsstaaten Holstein und Lauenburg (welche dem dänischen König unterstellt waren) vorzugehen. Ende desselben Jahres marschierten Bundestruppen in diesen Gebieten ein, und am 1. Februar 1864 überschritten sie die Grenze zum Herzogtum Schleswig, und zwar ohne Zustimmung des Bundestages.

Verlauf & Folgen
Da die militärische Schlagkraft Dänemarks – zumindest auf dem Land – nicht besonders hoch war, mobilisierten Preußen und Österreich nur verhältnismäßig geringe Teile ihrer Truppen. Insgesamt standen also ungefähr 36.000 Mann auf dänischer Seite (+18.000 Verstärkung) gegen 56.000 Soldaten (35.000 Preußen + 21.000 Österreich). Die dänischen Truppen waren zudem schlecht ausgebildet und es fehlte an qualifizierten Führungskräften, was einen weiteren gravierenden Nachteil darstellte. So konnten Preußen und Österreich diesen Krieg innerhalb weniger Monate auf militärischer Ebene für sich entscheiden. Preußen fürchtete eine Intervention Frankreichs bei einem zu langen Krieg, deshalb war das schnelle Ende dieses Kriegs von besonderer Bedeutung.
Die Folgen dieses militärisch relativ unbedeutenden Krieges waren jedoch nicht unerheblich: Österreich erhielt das Herzogtum Holstein und Preußen annektierte seinerseits Schleswig, was im späteren Deutschen Kaiserreich die Nordgrenze des Reichs darstellen sollte. Durch diese Gebietsaufteilung wurde der Grundstein für den Deutschen Krieg gelegt, denn das Österreichisch-Preußische Kondomium (der Streit um die Verwaltung von Schleswig und Holstein) sollte im Jahr 1866 schließlich eskalieren.

Karte des Deutsch-Dänischen Kriegs (CC BY-SA 3.0) Nr. 2
Karte des Deutsch-Dänischen Kriegs (CC BY-SA 3.0).

Die Deutschen Einigungskriege – Der Deutsche Krieg

Dieser militärische Konflikt war der zweite von den insgesamt drei Einigungskriegen und fand im Jahr 1866 zwischen Österreich und Preußen statt.

Ursachen & Auslöser
Die wachsende Rivalität zwischen Preußen und Österreich (mit ihren jeweiligen Verbündeten) spitzte sich maßgeblich durch den Dualismus zwischen diesen Ländern und nach dem Deutsch-Dänischen Krieg durch das Kondomium immer weiter zu. Im Jahr 1866 sah Preußen, maßgeblich beeinflusst durch Otto von Bismarck, die Gelegenheit zur endgültigen Entscheidung um die Vorherrschaft im Deutschen Bund gekommen, denn der Rivale Österreich befand sich gerade in einer schweren Krise.

Hauptauslöser für den Deutschen Krieg war der Einmarsch Preußischer Truppen ins Herzogtum Holstein (09.Juni 1866). Als Reaktion darauf, stellte Österreich einen Antrag auf Mobilmachung von Bundestruppen, da er durch die Handlungen Preußens eine Bundesexekution gerechtfertigt sah. Diesem Antrag wurde am 14. Juni stattgegeben, und Karl von Bayern wurde Oberbefehlshaber der Bundestruppen (Bundesfeldherr). Preußen wiederum betrachtete dies jedoch als gravierenden Verfassungsbruch, weshalb sie den Deutschen Bund kurzerhand für aufgelöst erklärten.

Verlauf
Die beiden Kriegsparteien waren der Deutsche Bund unter der Leitung Österreichs mit den Verbündeten Königreichen Hannover, Bayern und Sachsen, sowie weiteren Alliierten (zum Beispiel Württemberg, Hessen und Baden). Die andere Partei bildeten Preußen und Italien, und weitere, aber weitestgehend unbedeutende Verbündete, wie das Großherzogtum Oldenburg und die freien Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck. Insgesamt kämpften auf Österreichischer Seite circa 600.000 Soldaten, und auf Seiten Preußens circa 500.000 Mann (+ 300.000 italienische Soldaten).

Nachdem König Ludwig II. von Bayern am 11. Mai 1866 den Mobilmachungsbefehl unterschrieb, trat auch Bayern aktiv auf österreichischer Seite in den Konflikt ein. Der „Startschuss“ für kriegerische Auseinandersetzungen war der Einmarsch der Preußischen Armee in das Königreich Sachsen am 22. Juni. Im Verlauf des sogenannten „Siebenwochen-Kriegs“ fanden zahlreiche Kampfhandlungen im vielen Teilen des Deutschen Bundes statt. Besonders wichtig ist die Schlacht von Königgrätz vom 3. Juli 1866. Dies war die Entscheidungsschlacht im Deutschen Krieg, bei der sich Preußen einerseits und Österreich und Sachsen andererseits mit insgesamt 400.000 Mann gegenüberstanden. Die Schlacht von Königgrätz war enorm verlustreich (die Angaben sind gerundet): Preußens verlor 9.000 Mann, davon 1.930 Gefallene, 6.950 Verwundete und 276 Vermisste. Die Österreicher verloren 42.800 Mann und 6.000 Reiter, davon 5.650 Gefallene, 7.580 Verwundete, 7.400 Vermisste und 22.200 Gefangene. Das sächsische Korps verlor rund 1500 Mann.

Schlacht bei Königgrätz, Gemälde von Georg Bleibtreu (nach 1869)
Schlacht bei Königgrätz, Gemälde von Georg Bleibtreu (nach 1869).

Entscheidung, Kriegsende & Folgen
Preußen konnte diese Entscheidungsschlacht unter verhältnismäßig geringen Verlusten gewinnen. Nach diesem Sieg drängte Otto von Bismarck den Preußischen König Wilhelm I. auf einen schnellen Frieden, um eine Intervention Russlands und Frankreichs zu vermeiden. Die Preußischen Truppen waren insgesamt denen des Deutschen Bundes weit überlegen, was vor allem auf zwei entscheidenden Vorteilen fußte: Die Verwendung von Hinterladern ermöglichte eine wesentlich schnellere Feuerrate als die veralteten Vorderlader (welche noch von den Truppen des Deutschen Bundes verwendet wurden) und stellten einen technischen Vorteil dar. Auch war die Infrastruktur Preußens besser ausgebaut, was einen schnelleren Truppen- und Nachschubtransport ermöglichte.

Der Vorfrieden von Nikolsburg vom 26. Juli 1866 unter der vermittelnden Leitung des französischen Kaisers Napoleon III. beendete die Kampfhandlungen. Hauptinhalt dieses Vorfriedens war der Verzicht Österreichs auf eine Einmischung in die deutsche Politik. Somit hatte Preußen (und vor allem Bismarck) sein Ziel erreicht: das Ende des Dualismus und die Kleindeutsche Lösung ohne Österreich. Des Weiteren setzte Preußen in diesem Friedensvertrag die formal endgültige Auflösung des Deutschen Bundes durch und schloss wenig später ein Militärbündnis norddeutscher Staaten (den Norddeutschen Bund), aus dem später das Deutsche Kaiserreich hervorgehen sollte.

Die Deutschen Einigungskriege – Der Deutsch-Französische Krieg

Dies ist der letzte der drei Einigungskriege und fand in den Jahren 1870/71 zwischen Frankreich und dem Norddeutschen Bund (mit seinen Süddeutschen Verbündeten Bayern, Hessen-Darmstadt und Württemberg) statt. Er endete mit einem Sieg des Norddeutschen Bundes und führte zur Gründung des Deutschen Kaiserreiches.

Ursachen & Auslöser
Die Ursache dieses Kriegs war der Streit um die Kandidatur des Hohenzollers Prinz Leopold (Preußen) um das „Amt“ des spanischen Königs. Frankreich fürchtete dadurch um seine Sicherheit, denn sollten Spanien und der Norddeutsche Bund von Hohenzollern beherrscht sein, so wäre Frankreich zwischen zwei Hohenzollern-Staaten eingeschlossen. Beunruhigt forderte der französische Kaiser Napoleon III. den Rückzug der Kandidatur Prinz Leopolds. Und trotz Leopolds Rückzug stellte Napoleon III. weitere Forderungen an Wilhelm I. (den König Preußens und damit Herrscher des Deutschen Bundes).

Ein französischer Botschafter reiste deshalb nach Bad Ems, um sich eine Garantie von König Wilhelm I. einzuholen, dass sich nie wieder ein Hohenzoller um den spanischen Thron bewerben würde. Wilhelm verweigerte jedoch eine solche Zusage, was über einen Ministeriumsmitarbeiter an Otto von Bismarck weitergeleitet wurde (die berühmte „Emser Depesche“). Dieser nutzte sein politisches Geschick, und provozierte Frankreich in seiner Pressemitteilung über die Verhandlungen in Bad Ems so sehr, dass der französische Kaiser am 19. Juli 1870 dem Norddeutschen Bund den Krieg erklärte. Allerdings muss man an dieser Stelle anmerken, dass von Seiten Frankreichs nicht mit einer Kriegsbeteiligung der süddeutschen Staaten rechnete, was sich aber später als fataler Fehler herausstellen sollte.

Damit hatte Bismarck sein Ziel erreicht, denn der Krieg ging nun von Frankreich aus, auch wenn er ursprünglich von Preußen gewollt war. Bismarck erhoffte sich von einem gemeinsamen Krieg zusammen mit den süddeutschen Staaten ( diese hatten bereits im Jahr 1866 Schutz- und Trutzbündnisse mit dem Norddeutschen Bund geschlossen), dass endlich die Gründung eines Nationalstaates unter Preußischer Vorherrschaft möglich wäre, hatte man doch den gemeinsamen „Erbfeind“ Frankreich.

Verlauf
Die Mobilisierung der deutschen Truppen fand relativ schnell statt. Nach einer turbulenten Senatssitzung in Frankreich am 15. Juli 1870 befahlen Preußen und Bayern bereits am darauffolgenden Tag die Mobilmachung, die anderen deutschen Staaten folgten wenige Tage später. Zusammen mit Reservetruppen konnte der Norddeutsche Bund so auf über 1.000.000 Soldaten zurückgreifen. Erst als alle Truppen ausgehoben waren, marschierte die deutsche Armee in Richtung der französischen Grenze. Dies stellte ein gewaltiges Problem für die französische Militärführung dar, denn diese wollten ihrerseits ein Offensivmanöver gegen den Norddeutschen Bund starten. Da die deutschen Truppen jedoch früher in Stellung waren, war Frankreich gezwungen, seine Truppen für die Defensive, also für die Landesverteidigung, aufzuwenden. Die französischen Truppen waren in ihrer räumlichen Aufteilung (Dislokation) aber nur für einen Offensivangriff vorbereitet, eine Defensive war nicht einkalkuliert worden.

Durchbruchsversuch französischer Kürassiere bei Wörth 1870
Durchbruchsversuch französischer Kürassiere bei Wörth 1870.

Insgesamt waren die französischen Truppen im Verhältnis mehr als 1:2 den deutschen Truppen unterlegen. Der einzige französische Vorteil: die Infanterie, welche mit besseren Gewehren (Chassepotgewehre) ausgestattet war. Dadurch fanden deutsche Frontalangriffe meist unter großen Verlusten statt. Die deutschen Truppen waren – abgesehen von der Armeegröße – den Franzosen in hauptsächlich zwei Aspekten deutlich überlegen: zum einen war die deutsche Artillerie besser ausgerüstet. Zum anderen, was essentiell entscheidend war: Durch die härtere Einsetzung von Pferden, sowie der guten Infrastruktur (im Gebiet des Norddeutschen Bundes) konnten die deutschen Truppen mit einer sehr hohen Geschwindigkeit vorrücken. Dadurch trafen sie die französischen Truppen oft unvorbereitet und desorganisiert.

Am 2. August 1870 begannen schließlich die Kampfhandlungen mit einem französischen Vorstoß nach Saarbrücken, welches sie auch einnehmen konnten. Saarbrücken war jedoch relativ unbedeutend und dadurch auch schlecht geschützt. Bei den zahlreichen folgenden Auseinandersetzungen umkreisten die deutschen Truppen meist die Franzosen und zwangen sie so zu chaotischen Rückzügen oder zu (Teil-) Kapitulationen mit folgenden Gefangennahmen.

Entscheidung
Mit entscheidend für diesen Krieg (zumindest auf politischer Ebene) war die Schlacht bei Sedan vom 1. und 2. September 1870, bei der eine der beiden französischen Hauptarmeen vernichtend geschlagen wurde. Diese Schlacht führte zur Gefangennahme Napoleons III. und der Ausrufung der Französischen Republik. Am 19. September 1870 wurde schließlich Paris von deutschen Truppen belagert und gezielt beschossen.

Zu Beginn des Jahres 1871 hatte sich die Kriegslage jedoch etwas geändert: Erstmals waren die französischen Truppen den Deutschen zahlenmäßig überlegen, was die deutsche Militärführung vor ein massives Problem stellte. Denn nun konnten die Deutschen nicht gleichzeitig Paris belagern und die sich sammelnden Truppen im Rest Frankreichs niederschlagen. Am 31. Januar 1871 trat ein für die Franzosen unerwarteter Waffenstillstand (zunächst auf 21 Tage) in Kraft, denn die neu gewählte französische Regierung wollte den Krieg so schnell wie möglich beenden. Am 26. Februar 1871 unterzeichnete das provisorische Staatsoberhaupt Adolphe Thiers den Vorfrieden von Versailles, welcher die Kampfhandlungen beendete. Darüber hinaus verzichtete Frankreich auf die Gebiete Elsass und Lothringen und musste Reparationszahlungen von 5.000.000 Francs an Deutschland leisten.

Folgen
Die noch im November 1870 unterzeichneten Novemberverträge gliederten die süddeutschen Staaten an den Norddeutschen Bund an, und dessen neue Verfassung trat am 1. Januar 1871 in Kraft (die Verfassung des Deutschen Bundes). Hauptänderung in der Verfassung war die neue Staatsform „Reich“ und die Änderung des Bundespräsidiums in das Amt des Kaisers. Erst auf vielfaches Betreiben Bismarcks nahm König Wilhelm I. die Kaiserwürde an und ließ sich am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal von Versailles zum deutschen Kaiser proklamiert. Hiermit wurde offiziell auch das Deutsche Kaiserreich ausgerufen, was von französischer Seite als enorme Demütigung empfunden wurde.

Kaiserproklamtaion in Versailles 1871 (Gemälde von Anton von Werner, 1882)
Kaiserproklamation in Versailles 1871 (Gemälde von Anton von Werner, 1882).

Das Deutsche Kaiserreich bestand bis zum November 1918 fort, als durch die Niederlage im Ersten Weltkrieg die Republik in Deutschland ausgerufen wurde.

Abschließende Gedanken

Wie man in dem Beitrag zu diesem Thema sehen kann, war die Gründung eines Nationalstaates in Deutschland ein sehr umständlicher und langwieriger Prozess. Der entscheidende Unterschied zu anderen Staaten besteht bei Deutschland in der Reichsgründung von oben. Denn anders als beispielsweise in Frankreich wurde ein Nationalstaat nicht durch eine Revolution des Bürgertums, sondern durch geschicktes agieren der Oberschicht (hauptsächlich durch Otto von Bismarck) und durch einen gemeinsamen Krieg gegründet.

Artikel verfasst und zur Verfügung gestellt von: Markus Zartner

Empfehlenswerte Literatur zu dem Thema:*
Andreas Rose: Deutsche Außenpolitik in der Ära Bismarck, (1862-1890)


2 Gedanken zu “Die Deutschen Einigungskriege

    1. Guten Tag, Vielen Dank für das positive Feedback! Kurz zu mir: ich habe diesen Artikel verfasst und auf dieser Seite zur Verfügung gestellt, bin also nicht der Betreiber dieser Seite. Ich kann den Wunsch nach mehr Details durchaus verstehen, aber mir ging es vielmehr darum, einen, wie Sie selbst so schön sagen „Abriss“ dieser Ereignisse zu schreiben. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, mir vielleicht einen der drei herauszupicken und in einem separaten Artikel darüber zu schreiben. Aber ich kann zum Thema der Deutschen Einigungskriege durchaus Wikipedia empfehlen (auch wenn einem das im Studium immer untersagt wird 🙂 ), die Artikel sind gut geschrieben und darüber hinaus auch fachlich korrekt, ansonsten kann ich das Buch „Der Deutsch-Dänische Krieg“ von Jan Ganschow, oder „Der Deutsch-Französische Krieg“ ebenfalls von Ganschow empfehlen.
      Noch einen schönen Abend!
      Markus Zartner

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